Leinen, von jeher schon eine Faser mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten

„In meinen Kindheitserinnerungen in der Bretagne gab es keine groβen Flachsfelder, aber durchaus groβe schwere Schränke, die mit schön bestickten Leinenlaken gefüllt waren. Zwischen damals und heute hat sich viel getan. Leinen ist heute ein wahres Trendmaterial, das auf vielerlei Weise einsatzbar ist. Das ist das Thema unseres Newsletters im März.

Leinen in der Vergangenheit

Die älteste Spur für ein gewebtes Stück Stoff aus Leinen datiert aus dem Jahr 36000 v. Chr., was diesen Fund zum ältesten bekannten Kleidungsstück der Welt macht.
Die Pharaone nahmen damals bereits Leinen für ihre Mumien: man brauchte 1 kg Binden aus Leinen, um den Körper eines Erwachsenen zu umwickeln.
Im 7. Jh. hielt der Flachs seinen Einzug in die Bretagne, die Picardie und in Flandern, wo viele Felder sich bald mit den zarten blauen Blüten bedeck waren. Unter Louis XIV kam Leinen dann richtig in Mode und wurde auch in der Marine für solide groβe Segel verwendet.
Im 18. Jh. erfuhr der Anbau von Flachs einen erheblichen Aufschwung. In Frankreich wurden ihm mehr als 300 000 Hektar Anbauflächen gewidmet. Jedoch ab dem 19. Jh. Wurde er nach und nach durch die industrielle Verarbeitung von Baumwolle verdrängt und er fiel im 20. Jh. mit dem Aufkommen von synthetischen Stoffen, wie Poleyster und Polyamiden in der modernen Welt in Ungnade.

 

les les racines du ciel

Leinen heute

Heute erlebt der Flachs und damit auch das Leinen ein wahres Comeback, u.a. weil dem Verbraucher die Umweltprobleme bewusst geworden sind.
Flachs wird nicht nur für Textilien eingesetzt, sondern er lässt sich vielseitig verwenden: so findet man Flachsfasern in den amerikanischen Banknoten, in Zigarettenpapier, aber auch im Mulchmaterial, in Isolierstoffen und auch in der Kosmetik.
Bei uns, Les Racines du Ciel, ist Leinen der Star der Sommerkollektionen, in schmiegsam gewebten und nahezu knitterfreien Stoffen. Letzteres kann heute durch die Verarbeitung von besonders feinen und regelmäβigen Flachsfäden erzielt werden.

 

 

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Leinen in der Zukunft

Z.Z. wird erforscht ob und wie man aus Flachs Hochleistungsmaterialen erstellen kann, um die bisher verwendeten Glas- und Kohlefasern zu ersetzen.
Flachs ist heute allgegenwärtig und wird es in derr Zukunft immer mehr sein. Man findet ihn in allen innovativen Sportausstattungen – Fahrradhelmen, Tennisschlägern, Segel- und Surfbrettern, im Mobiliar – in Stühlen und Tischen – in mechanischen Geräten für die Autoindustrie und sogar in Flugzeugausstattungen.

 

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Bei uns, Les Racines du Ciel, ist Flachs auch in der täglichen Nahrung präsent, als Leinsamen, die viel Omega 3 Fettsäuren enthalten: für Nathalie morgens in ihrem Obstmüsli und für mich als leckere Salatzutat !
Christian Tournafol